Interview mit unserer neuen Schulleiterin

Frau Kravanja, Sie sind seit diesem Schuljahr Schulleiterin an den Privaten Schulen Oberaudorf-Inntal? Wie geht es Ihnen mit diesem neuen Aufgabenbereich?

Ich bin Lehrerin mit Herz und Seele und die Arbeit mit den Kindern erfüllt mich sehr. Diese Tätigkeit kann ich glücklicherweise an unserer Schule gut kombinieren mit den Aufgaben einer Schulleitung. Ich bin also weiterhin Klassenleitung in der Unterstufe und stundenweise freigestellt für meine Verwaltungs- und Leitungsaufgaben.

Grundsätzlich bin ich ein Mensch, der sich gerne neuen Herausforderungen stellt. Es macht mir Freude, mich weiterzuentwickeln und dazuzulernen. Dazu habe ich jetzt täglich noch mehr Gelegenheit. Besonders gefällt mir, in einem sehr erfahrenen Leitungsteam mitgestalten zu können. 

 

Seit wann sind Sie denn an den Privaten Schulen?

Ich bin dort seit September 2018. Vor zwei Jahren habe ich von der Grund- und Mittelschule Schliersee an die Privaten Schulen Oberaudorf-Inntal gewechselt und dort die Unterstufe als Klassenleitung übernommen.

 

Sie waren also vorher an einer staatlichen Schule tätig und haben dann an eine Privatschule gewechselt?

Ja, ich war 14 Jahre als verbeamtete Grundschullehrerin an verschiedenen Grund- und Mittelschulen in den Landkreisen Bad-Tölz und Miesbach. Durch eine Freundin wurde ich auf die Privaten Schulen aufmerksam und entschied mich dann vor zweieinhalb Jahren, meinen Beamtenstatus aufzugeben, um an diese ganz besondere Schule zu wechseln.

 

Sie haben tatsächlich Ihren Beamtenstatus aufgeben?

Ja, das habe ich. Und soll ich Ihnen was sagen? Ich habe es noch zu keinem Zeitpunkt bereut. Endlich kann ich so arbeiten, wie ich es mir in meinen ganzen Berufsjahren gewünscht habe.

 

Was macht denn das Arbeiten an den Privaten Schulen so besonders für Sie?

Bei uns wird Inklusion nicht als Hindernis oder Schwierigkeit angesehen, sondern als Chance und absolute Notwendigkeit. Das Miteinander von Menschen mit unterschiedlichsten Voraussetzungen und Persönlichkeiten, diese unglaublich gewinnbringende Vielfalt, fasziniert mich tagtäglich aufs Neue. Unser Konzept kommt nicht nur den Kindern mit Handicap zugute. Jedes Kind, egal mit welchen Begabungen, profitiert davon, weil es in seiner ganz besonderen Art angenommen wird und da abgeholt wird, wo es gerade steht. Wir gehen sehr individuell auf jedes Kind ein. Unterricht in einer großen Klasse, bei der alle Kinder das Gleiche machen müssen und von einem einzigen Lehrer unterrichtet werden, gibt es bei uns Gott sei Dank nicht! Die Arbeit in einem multiprofessionellen Team ist nicht nur für mich eine große Bereicherung, sondern kommt auch den Kindern zu Gute.

 

Wohnen Sie in Oberaudorf?

Aufgewachsen bin ich als Bäckerstochter in Schliersee. Jetzt wohne ich mit meinem Mann und meiner Tochter in Bayrischzell.

 

Dann haben Sie ja einen abenteuerlichen Schulweg, vor allem im Winter…

Ja, das stimmt. Ich fahre täglich über das Sudelfeld. Diese Fahrten mag ich sehr. Einen schöneren Arbeitsweg könnte ich mir eigentlich gar nicht vorstellen. Sogar in meinem ersten, sehr schneereichen Winter kam ich gut über den Berg. Ich genieße die ständig wechselten Stimmungen, egal, bei welchem Wetter und zu welcher Jahreszeit.

 

Was würden Sie sich in Bezug auf Schule wünschen, wenn Sie einen Wunsch frei hätten?

Ich würde mir wünschen, dass Kinder an allen Schulen, egal an welchen, so angenommen werden, wie sie sind und dass es zur Selbstverständlichkeit wird, dass sich das Schulsystem an die Bedürfnisse der Kinder anpasst und sich nicht die Kinder an ein System anpassen müssen, das ihrem Wesen nicht entspricht.

 

Vielen Dank für das Interview!