Besuch im Lokschuppen

Am 30. Januar waren die Lerndetektive im Rahmen des Saurierprojektes in der Ausstellung SAURIER-Giganten der Meere im Lokschuppen in Rosenheim. Wir haben die weltgrößte Saurierausstellung quasi vor der Haustür und mussten dafür nicht nach New York oder Paris reisen. Vor der gigantischen Kulisse des Liopleurodon wurden wir bei bestem Wetter von Frau Straßer, die uns durch sie Ausstellung führte, begrüßt. Wir erfuhren sehr viel Faszinierendes und Wissenswertes über die Saurier, die im Erdmittelalter unsere Erde bevölkert haben. 

Für ihre Tour mit uns hat Frau Straßer geheimnisvolle Taschen zum Fühlen und Raten vorbereitet. Was war wohl in der ersten Tasche? Es war ein Plastikknochen. In der Ausstellung machten wir uns auf die Suche nach echten Knochen – und wurden natürlich fündig. Das Skelett der Pflasterzahnechse, dem Nussknacker der Meere, hat uns sehr beeindruckt. Aber auch „angezogen“ war dieses Exemplar ein echter Hingucker. Wir erfuhren, dass alle Saurier an Land lebten, bevor sie ins Wasser gegangen sind. Sie hatten Lungen und mussten zum Atmen an die Wasseroberfläche kommen. Der Nothosaurus konnte wie die Pflasterzahnechse noch an Land gehen, der Mixosaurus nicht mehr. Er hatte nur Flossen. Das „Monster von Aramberri“ nennen Paläontologen den Fund des bislang größten Meeresreptils, das jemals gelebt hat. Staunend standen wir vor dem imponierenden Modell des Liopleurodons, der auch in Rosenheim gewohnt hat. Gut, dass es da noch keine Menschen gab. Wir wären wohl nur eine kleine Vorspeise gewesen. Er konnte ganze Meereskrokodile zermalmen. Ein Zahn war 20 – 40 cm lang. Er hatte ein Revolvergebiss, also Zähne für ein ganzes Leben. Sie wachsen bei Bedarf immer wieder nach. Schade, dass das bei uns nicht so funktioniert. Das würde uns den einen oder anderen schmerzhaften Besuch beim Zahnarzt ersparen. Anhand des Temnodontosaurus mit seinem langen Schnabel und den riesengroßen Augen für gutes Sehen in der Tiefsee erklärte Frau Straßer uns, wie Lebewesen sich an ihre Lebensbedingungen anpassen. Der Temnodontosaurus wollte im Wasser leben und so wurde aus ehemals fünf Fingern eine Flosse. 

In der zweiten Tasche war ein Ammonit. Wenn man dieses Fossil sieht, denkt man an ein Schneckenhaus. Früher dachte man auch, dass es versteinerte Schlangen waren. Wir wussten es natürlich besser: Da wohnte keine Schnecke drin, sondern der Kopffüßer, ein Vorfahre des Tintenfisches. Gestein, Mineralien und Sand wurden in die Schale reingeschwemmt und gepresst. Die Kalkschale brach weg. In der Hand hielt man dann den gepressten Steinkern in unterschiedlichen Farben und Formen. Genau wie wir. Ob der größte Ammonit, der jemals gefunden wurde, wohl auch in so eine geheimnisvolle Tasche passt? Die Antwort bekamen wir eindrucksvoll vor Augen geführt. Das war ein Koloss aus der Kreidezeit. 

Der Thylosaurus gilt als großes Monster in der Kreidezeit. Er hat als Waran an Land gelebt, bevor er ins Meer gegangen ist. Seine gespaltene Zunge zeigt die Verwandtschaft mit der Schlange. Seine Gefährlichkeit demonstriert er am Elasmosaurus, der auch als „Giraffe des Meeres“ bezeichnet wird. Er beißt ihn in seinen langen Hals. 

Im Paläoaquarium sahen wir Szenen aus einem Meer vor unserer Zeit und eine weitere geheimnisvolle Fühltasche war im Umlauf. Sie enthüllte schließlich einen Zahn vom Megalodon. Auch Haie gab es schon in der Urzeit. Sie haben sich kaum verändert. 

Der Spinosaurus hat es als einziger Dinosaurier in die Ausstellung geschafft, weil er teilweise auch im Wasser gewohnt hat. 

Ein großer Moment während der Führung war am Ende der echte Meteorit zum Anfassen. Das war ein 300 kg schwerer Eisenbrocken stellvertretend für den riesigen Asteroiden, der vor 66 Millionen Jahren auf der Erde einschlug und etwa drei Viertel des damals existierenden Lebens vernichtet hat. Es gab unter anderem keine Dinosaurier, Saurier und Flugsaurier mehr. Überlebt haben beispielsweise Schildkröten und Krokodile. Die Erde hat 10 Millionen Jahre gebraucht, um sich von den Auswirkungen zu erholen. Das war die Chance für die Säugetiere, die Schritt für Schritt die freigewordenen Lebensräume besetzten. Sie entwickelten eine große Artenvielfalt. 

In der letzten geheimnisvollen Tasche gab es was zu hören. Das Knistern entpuppte sich als Plastiktüte. Und die sah wiederum aus wie eine – Qualle. Wir erfuhren, dass die Lederschildkröte, eine 100 Millionen Jahre alte Tierart, die alle Saurier überlebt und allen Klimaveränderungen getrotzt hat, nun vom Aussterben bedroht ist. Sie frisst gerne Quallen und verwechselt diese mit dem Plastikmüll, der im Meer rumschwimmt. Die Botschaft ließ aufhorchen: Wir sind mittendrin im 6. großen Massenaussterben. 

Es war eine sehr kurzweilige, abwechslungsreiche Führung, bei der es sehr viel zu sehen, zu hören und zu fühlen gab. Riesige Sauriermodelle, ungewöhnliche Geräusche, echte Ammoniten, Knochen und Zähne. Frau Straßer hat sich schnell auf uns eingestellt und alle mit einbezogen. 

Beim anschließenden Workshop mit Frau Neuhaus waren immer noch alle voll dabei und haben gestempelt, gemalt, gegossen und gebohrt, um ein Andenken mit nach Hause zu nehmen.