Getreide – nicht nur in der Winterküche

Ein Nahrungsmittel, das wir im Grunde in unserem täglichen Essen haben, aber in seiner Herkunft den Kindern wenig bekannt war – das war das Thema eines ersten Projektes im neuen Kalenderjahr 2020 der Unterstufe: Getreide!

Wir lernten unterschiedliche Getreidesorten kennen, sowohl heimische, als auch Getreide, das nicht in unserer Region wächst, wie z.B. unterschiedliche Reissorten und Quinoa. Heimische Getreide, die wir näher begutachteten waren z.B.: Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer und Buchweizen. 
Hafer ist ein sehr weiches und fettreiches Getreide, daher lässt es sich mit einer Flockenquetsche vom Korn zur Flocke verarbeiten. Dabei hatten die Kinder viel Freude, sich ihre Haferflocken selbst zu flocken/quetschen.  Mit unterschiedlichem Obst, etwas Nüssen und einer tierisch-eiweißfreien Soße aus Banane, Mandelmus, Wasser und Ahornsirup zauberten wir uns ein Powermüsli, das der gesamten Gruppe unglaublich gut schmeckte. 

Buchweizen, der nicht zu den herkömmlichen Getreidesorten zählt, sondern die Frucht eines Knöterichgewächses ist, beschäftigte uns durch das ganze Projekt hindurch, da wir einige Schüssel mit Getreide füllten und immer wieder das Korn beschrieben und so bestimmten. Beim Buchweizen dauerte es etwas länger, doch zum Schluss war dieses kleine, fast pyramidenförmige Getreide allen Projektteilnehmern gut bekannt. Auch aus diesem Korn bereiteten wir uns ein vitaminreiches und schmackhaftes Müsli zu. Der Buchweizen wurde gewaschen, dann gekocht. Bei ausgeschalteter Herdplatte hatte er noch Zeit auszuquellen. Das Müsli wurde wieder mit frischem Obst und Nüssen zubereitet. 
Welchen Unterschied gibt es zwischen weißem Mehl und Vollkornmehl? Die Kinder lernten den Unterschied anschaulich kennen. Je minderwertiger das Getreide, desto heller und niedriger der Typgrad (z.B. 405), weil die Schalenbestandteile und oft auch der Keim entfernt werden. Je dunkler das Getreide, desto höher der Typgrad 1050 oder 1600, umso mehr Bestandteile des ganzen Getreidekorns sind noch enthalten, also ist das Getreide dann viel hochwertiger. Je weniger wir ausmahlen, umso mehr Mineralien und Vitamine bleiben uns erhalten.  Eine große Getreidemühle für den Haushalt kam an einem Projektnachmittag zum Einsatz. Wir gaben den Dinkel oben in den Trichter und durch das Steinmahlwerk fein gemahlen kam unten frisches Vollkornmehl heraus. Dieses Mehl verarbeiteten wir zu Hefeteig-Semmeln: Einmal Natursemmeln und einmal wurde das Wasser durch Rote Beete Saft ersetzt, dadurch bekamen wir pinke Semmeln. Beide schmeckten köstlich. 
Ein weiteres Highlight der Projektphase war der Besuch der Wachinger Mühle in Neubeuern. Der Chef, Georg Wachinger, nahm sich Zeit für uns und ließ uns bis unter’s Dach aufsteigen, so dass wir die großen Räder beobachten konnten, die durch Lederriemen mit großen Zahnrädern verbunden waren, diese wiederum  trieben dann die jeweiligen Maschinen bzw. Mahlwerke an. 
Die Kinder lernten ein Getreidegedicht mit Gebärden, lauschtem einem Märchen über die Kornähre und zeigten ihre Kreativität und ihr erlerntes Wissen an unterschiedlich gestalteten Plakaten.